Im Garten inspiriert
Es ist unter der Woche, die Arbeit ist anstrengend und die Kinder halten einen auf Trab. Zuhause warten genügend Projekte, ums Haus und im Garten. Um meine To-Do-Liste abzuarbeiten, gehe ich erst einmal in den Garten. Ich fange gerade an, die neu gekauften Himbeerstauden zu setzen, als mir direkt neben mir eine Amsel auffällt, die sich durch unsere neu aufgestellte Benjes-Hecke wühlt. Sie scheint gar nicht scheu zu sein und stört sich nicht daran, dass ich direkt neben ihr arbeite. Vermutlich merkt sie, dass ich mit etwas anderem beschäftigt bin als eine Gefahr für sie zu sein. Oder ich stelle für sie als abgekämpfter, verschwitzter Kerl von Haus aus keine Gefahr dar.
Als ich ungefähr die Hälfte der Stauden gesetzt habe, hole ich mir etwas zu trinken. Ich nutze den Weg zum Haus und hole mir meine Kamera. Diese platziere ich neben mir in der Wiese und arbeite weiter – nur zur Sicherheit, falls sich noch etwas ergeben würde. In unserem Garten und dem angrenzenden Grundstück stehen alte Obstbäume. Darin hat eine Vielzahl von Staren ihren Unterschlupf gefunden. Daher ist immer ein gewisser Lärmpegel vorhanden, und schon oft wurde ich von den Staren verarscht, weil ich dachte, ein Mäusebussard kreist über mir, nur um festzustellen, dass die Stare die Laute imitiert haben. Unter den Bäumen ist auch ein alter Birnbaum. Er trägt zwar keine Früchte mehr, aber ich habe gesehen, dass darin ca. fünf Stare ihr Behausung haben, ein Specht ihn als Schmiede für die Fichtenzapfen nutzt, eine Maus im unteren Teil wohnt und der Baum von Ameisen und allerlei anderen Insekten bewohnt wird. Daher lasse ich ihn einfach stehen und freue mich, dass er als Habitatbaum dienen kann.
Ich sehe den Blaumeisen zu, wie sie durch das Geäst hüpfen, und merke, dass die Sonne immer weiter sinkt und die Flügel der Meisen im Gegenlicht zu leuchten beginnen. Wenn die Meisen nicht so schnell wären, dann wären die Fotos auch viel leichter zu machen, aber es ist immer mit viel Glück verbunden, dass man ein vernünftiges Foto davon bekommen kann.
Nachdem ich mich nach der kleinen Fotoeinlage wieder an das Pflanzen der Himbeersträucher mache, sitzt die Amsel so schön vor mir, dass ich kurzerhand doch wieder umschwenke und sie noch fotografiere.
Jetzt habe ich es aber endlich geschafft, und ich kann mein Werkzeug verräumen. Allerdings sind die Blüten des Apfelbaums so wunderschön, und ich habe sie bisher nie richtig schön fotografieren können. Es war mir immer zu viel Hintergrund drauf, und ich überlege, welche Position ich einnehmen soll, damit nicht der Komposthaufen mit drauf ist. Ich überlege, ob es nicht möglich wäre, den Hintergrund mittels der ICM-Technik („Intentional Camera Movement“) „verschwinden“ zu lassen.
Nach mehrerem Wechseln der Position komme ich darauf, dass der Baum, leicht von oben, einfach am fotogensten ist und durch die Äste keine Lücken entstehen. Die ICM-Technik erfordert vor allem eins … GEDULD. Bis man sich da mal eingegroovt hat, kann schon etwas Zeit vergehen, aber ich komme schließlich zu ein paar Ergebnissen, die ich doch ganz cool finde.
Als ich schließlich merke, dass mir der Magen schon knurrt und die Kinder auch schon überfällig sind mit Abendessen, packe ich alles zusammen und freue mich, dass ich doch mit ein paar Fotos den Tag beenden konnte und auch noch einen Punkt auf meiner To-Do-Liste fürs Haus streichen konnte.
Schaut gerne in mein YouTube Video rein, dort könnt ihr die Geschichte auch nochmal von mir persönlich erzählt bekommen.