Zwischen Felsenschwalben und weißen Rehen - Unterwegs mit der GDT Regionalgruppe 15
Letztes Wochenende war es endlich so weit: Meine alljährliche Exkursion mit der GDT Regionalgruppe stand an! Da ich die letzten Jahre leider immer verhindert war, war dieses Jahr das erste Mal, dass ich dabei sein konnte. Wir reisten in die zweite Heimat unseres Regionalgruppenleiters – nach Osttirol. Bereits letztes Jahr hatte ich das Glück, diese wunderschöne Gegend zu besuchen und zusammen mit ein paar anderen Fotografen für den Tourismusverband Osttirol Fotos zu machen. Damals war es ein tolles Erlebnis, die Isel abzulichten und entlang der Berge die Gegend zu erkunden.
Dieses Jahr ging es an den Fuße des Großglockners. Treffpunkt war um 17.00 Uhr, aber da meine Anfahrt 5 Stunden dauerte, war ich schon früher unterwegs. Unterwegs konnte ich nicht widerstehen, einen Wasserfall zu fotografieren, der direkt auf meinem Weg lag.
Beim Einchecken in mein Zimmer wurde ich sofort von einer Felsenschwalbe begrüßt, die direkt über meinem Fenster brütete. „Na, das fängt ja schon mal gut an!“, dachte ich mir und griff blitzschnell nach meiner Kamera, um ein paar Nahaufnahmen dieser seltenen Art zu machen.
Mit dem wunderschönen Sonnenuntergang hinter der Hütte versuchte ich, die Felsenschwalbe im Gegenlicht zu fotografieren. Wer schon einmal Schwalben fotografiert hat, weiß, dass das viel Geduld und gute Nerven erfordert. ;) Trotzdem war ich mit ein paar Fotos zufrieden, auch wenn meine Speicherkarte nach den ersten 2.000 Aufnahmen schon gefüllt war. Wer mich kennt, weiß, dass ich Serienbildaufnahmen liebe und der Großteil meiner Bildbearbeitung dem Aussortieren gewidmet ist. ;)
Nachdem alle Teilnehmer der Exkursion eingetroffen waren, beschlossen wir, gemeinsam Abend zu essen und anschließend die angrenzenden Hänge hinaufzusteigen, um mit unserer ersten Fotosession zu beginnen.
Kaum hatten wir den Aufstieg begonnen, merkte ich, wie ungewohnt mir das Höhenmeter-Gehen geworden war. Mein vollgepackter Rucksack, der gut und gerne 15 Kilogramm wog, tat sein Übriges. Doch die Motivation war groß und schon bald wurden wir mit ein paar wunderschönen Türkenbundlilien belohnt. Diese Chance ließen wir uns natürlich nicht entgehen und zückten sofort unsere Kameras und Objektive, um die zarten Blüten festzuhalten. Die richtige Komposition zu finden, erwies sich jedoch als knifflig. Mit dem Makroobjektiv war zu wenig Platz, mit dem Weitwinkel immer zu viel im Bild, was wir natürlich nicht wollten. Die üblichen fotografischen Herausforderungen eben, mit denen man zu kämpfen hat.
Endlich konnten wir uns losreißen und machten uns auf den weiteren Weg, da wir eigentlich etwas anderes geplant hatten. Wir wollten Gämsen und weiße Rehe finden, die dort unterwegs sein sollten. Kurz darauf fanden wir die erste Ricke und zu unserer Überraschung hatte sie zwei Jungtiere dabei. Ein weißes und ein braunes. Leider waren diese zu weit weg, um fotografisch schön dargestellt zu werden, aber die Beobachtung selbst war es schon mal wert. :)
Als sich die Sonne hinter den naheliegenden Berghängen versteckte, machten wir uns auf den Rückweg, da am nächsten Tag bereits um 5:30 Uhr der Wecker wieder klingeln sollte. Auf dem Rückweg wurden wir dann noch von einem prächtigen weißen Rehbock überrascht! Sogleich war die Motivation wieder da und wir konnten das wunderschöne Tier fotografieren. Dabei hatte es wenig Scheu vor uns und wir wurden nur neugierig beobachtet, was wir da machen. Ein wunderschönes Erlebnis!
Am nächsten Tag stand nach der Morgenrunde noch eine Wanderung zu einer Berghütte an. Bereits im Vorfeld wusste ich, dass 900 Höhenmeter auch mich warten. Ich, Dummkopf, wollte aber unbedingt Steinböcke fotografieren und habe meinen kompletten Fotorucksack mitgenommen. Ein Fehler, den ich heute nicht mehr machen würde ;) Da ich auf dem Weg zur Hütte mehr mit mir selber zu kämpfen hatte und fotografieren nur noch neben Sache wurde, gibt es hier leider nicht allzu viele Fotos. Lediglich ein Steinadler zog einmal seine Kreise in der Ferne und wurde sogleich fotografiert. Irgendwie schaffte ich es hoch in die Hütte und nach einer kurzen Rast beschlossen wir aufgrund des schlechten Wetters auch gleich wieder den Rückweg anzutreten. Also das Ganze gleich wieder bergab.
Um 15:00 Uhr kamen wir in unserer Hütte an, und ich schlief nach einer Dusche auch sofort ein. „Brezenfertig“ nennt man das im niederbayerischen Fachjargon. Das Nickerchen und die Wanderung hielten einige von uns aber nicht davon ab, abends noch einmal ein paar Höhenmeter zu machen, um die naheliegenden Hänge zu erkunden. Gemsen, Rehe und Murmeltiere tauchten immer wieder am Weg auf.
Am nächsten Morgen ging es noch einmal zu den weißen Rehen. Der Rehbock stand noch einmal wunderbar direkt an der Straße. Ich wollte jedoch gerne eine Stelle mit Edelweiß fotografieren und machte mich dorthin auf den Weg. Es ist einfach traumhaft, wie die Bergwiesen mit Orchideen und anderen Blumen gesäumt sind, und immer wieder hat man schlafende Schmetterlinge auf den Blumen entdeckt. Auf dem Rückweg habe ich dann noch eine Gruppe Tannenhäher vorbeifliegen sehen und fotografiert, und nach dem anschließenden Frühstück ging es für mich schon wieder nach Hause. Ein super Wochenende mit vielen netten Begegnungen, angenehmen und lustigen Unterhaltungen und vielen schönen Momenten ging somit zu Ende.